RegioWoodTrain: Holzlogistik auf der Schiene sichtbar machen
MovingLayersDer regionale Holztransport in Österreich hängt stark von der Bahn ab. Gerät die Schiene unter Druck – durch Bahnhofsschließungen, aber auch durch Borkenkäfer, Dürre, Sturm oder Feuer –, verlagert sich Verkehr auf die Straße, mit direkten Folgen für CO₂-Ausstoß, Transportkosten und regionale Wirtschaft. Was bislang fehlte, ist ein integriertes, datengestütztes Werkzeug, das diese Zusammenhänge sichtbar und ihre Auswirkungen vorab bewertbar macht. Genau daran arbeitet das FWF-Forschungsprojekt RegioWoodTrain (2024–2027) – MovingLayers entwickelt darin den Web-Demonstrator, mit dem etwa das Infrastrukturministerium Entscheidungen simulieren kann.
Viele Datenquellen, eine Karte
Geodaten, Mobilitäts-, Betriebs- (RailCargo) und Forstdaten stammen aus verschiedenen Welten und Formaten. Die erste GIS-Aufgabe besteht darin, sie zu einer konsistenten räumlichen Grundlage zusammenzuführen – die Basis für jede spätere Analyse.
Das Transportnetz sichtbar machen
Release 1 des Demonstrators macht Basisdaten und Transportinfrastruktur räumlich sichtbar: Wo verlaufen die Holzflüsse, wo liegen die relevanten Bahnknoten, welche Kapazitäten hängen daran? Damit erhalten Entscheidungsträger:innen ein gemeinsames Lagebild statt verstreuter Einzeldaten.
Technische Grundlage des Demonstrators ist MoversWebGIS, unsere weiterentwickelte Version des Open-Source-Geoportals Masterportal, mit eigenen Ebenen und im Erscheinungsbild des Projekts. → Masterportal und MoversWebGIS
Von Daten zu Szenarien
Der eigentliche Nutzen entsteht, wenn Szenarien vergleichbar werden – etwa der CO₂-Ausstoß bei einer Bahnhofsschließung gegenüber fortgesetztem Bahnbetrieb. Dafür fließen KI-gestützte Simulationsmodelle der BOKU Wien und ein GeoKnowledgeGraph mit Geo-KI der Universität Salzburg in den Demonstrator ein. So lassen sich Transporte perspektivisch effizienter, nachhaltiger und resilienter planen – diese Szenariofunktionen sind das Ziel der folgenden Projektphasen.
Unsere Rolle: Brücke zwischen Technik und Anwendung
Während die Partner Simulationsmodelle, Dateninfrastruktur und KI-Verfahren entwickeln, sorgt MovingLayers dafür, dass daraus ein nutzbares Werkzeug wird. Wir erheben die Anforderungen der Stakeholder aus Forst, Logistik, Infrastruktur und Verwaltung, gießen sie in Use Cases und Personas, moderieren Co-Creation-Workshops und übersetzen alles in eine bedienbare, kartenbasierte Entscheidungsunterstützung. Mittelfristig soll das System von RailCargo Austria produktiv betrieben werden.
📋 Projekt-Steckbrief — RegioWoodTrain
Förderung: FWF (Österreichischer Wissenschaftsfonds) · Laufzeit: 2024–2027 (laufend)
Konsortium: BOKU Wien (Projektleitung), Universität Salzburg / Z_GIS, RailCargo Austria, MovingLayers
Methodik: KI-Simulationsmodelle (BOKU), GeoKnowledgeGraph & Geo-KI (Uni Salzburg), Web-Demonstrator auf Basis von MoversWebGIS (MovingLayers)
Rolle MovingLayers: Anforderungen, Use Cases, Co-Creation-Workshops, nutzerzentrierter Web-Demonstrator
Räumliche Analysen selbst orchestrieren
Ob Holzflüsse, Infrastruktur oder eigene Fachdaten – der Weg von der räumlichen Frage zum belastbaren Ergebnis lässt sich mit Kermit GeoAI, unserer optionalen QGIS-Erweiterung, orchestrieren.