Kermit GeoAI auf der UIS 2026 in Tönning

Kermit GeoAI auf der UIS 2026 in Tönning

Geodaten analysieren, Normen einbinden, Daten sicher halten - GIS Analysen mit GeoAI erleichtern

Wer täglich mit Geodaten arbeitet, kennt das Muster. Eine Fachfrage ist klar: Welche Schutzgebiete liegen im Trassenkorridor? Welche Abstände müssen eingehalten werden? Wo entstehen Konflikte mit bestehenden Habitatflächen? Die Daten liegen vor, das GIS ist offen. Und trotzdem vergehen Stunden, bis eine belastbare Antwort vorliegt. Nicht weil Werkzeuge fehlen, sondern weil jede Analyse noch durch viele manuelle Schritte führt: Daten zusammenführen, Layer kombinieren, Ergebnisse dokumentieren und die zutreffende Norm heraussuchen, die das Ergebnis rechtlich begründet.

Auf dem 33. Workshop der GI-Fachgruppe Umweltinformationssysteme in Tönning, ausgerichtet vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalparkverwaltung und Meeresschutz Schleswig-Holstein, hat MovingLayers gezeigt, wie Kermit GeoAI diese Schritte über eine einfache Texteingabe ausführbar macht: vollständig lokal, mit lückenloser Dokumentation, ohne dass Daten die eigene Infrastruktur verlassen.

Küstenschutz, Infrastruktur, Naturschutz: dieselbe Frage in verschiedenen Kontexten

MovingLayers arbeitet mit Netzbetreibern, Leitungsgesellschaften und Infrastrukturplanern; Unternehmen, die täglich Betroffenheitsanalysen, Restriktionsprüfungen und Trassenbewertungen durchführen. Kermit wurde für genau diesen Arbeitsalltag entwickelt: Schutzgebiete laden, Puffer berechnen, Verschneidungen analysieren, Ergebnisse mit Quellenangabe ausgeben, als reproduzierbarer und revisionssicherer Prozess.

Der Workshop in Tönning hat gezeigt, dass die UIS-Community denselben Alltag kennt, in einem anderen fachlichen Gewand. Statt Leitungstrassen geht es um Deichabschnitte; statt Konzessionsgebieten um Natura-2000-Flächen; statt Netzausbauplanung um Habitatmonitoring und Artenschutz. Die Grundfrage ist dieselbe: Wie kommt man schnell, sicher und nachvollziehbar von der Fachfrage zur räumlichen Analyse? Und sie betrifft Fachleute mit und ohne GIS-Hintergrund gleichermaßen.

Das Beispiel aus unserem Vortrag, welche Deichabschnitte ausgewiesene Habitatflächen im Vorland schneiden, war bewusst auf den Gastgeber zugeschnitten. Dass am zweiten Konferenztag die Modernisierung der Naturschutzdatenbank Schleswig-Holstein vorgestellt wurde, inklusive neuer Module für invasive Arten, hat diese Verbindung unterstrichen. Solche Datenbestände liegen vor. Was Kermit beiträgt, ist der direkte, sichere Weg von der Fachfrage zur Analyse: ohne Umweg über den GIS-Spezialisten, ohne manuelle Zwischenschritte.

Normen als Teil der Analyse, nicht als Nacharbeit

In planerischen und behördlichen Prozessen ist das eigentliche Ergebnis einer räumlichen Analyse nicht die Karte, sondern die rechtlich belastbare Aussage dahinter. Welche Norm begründet den Abstand? Welcher Paragraph des BNatSchG schützt diese Fläche? Welche Festsetzung des Bebauungsplans ist betroffen? Diese Fragen werden heute meist nachgelagert beantwortet: nach der GIS-Analyse, in einem separaten Rechercheschritt.

MovingLayers arbeitet aktiv daran, diesen Schritt in Kermit zu integrieren. Ziel ist eine KI-optimierte Einbindung von Normen, zunächst aus dem Baurecht, perspektivisch aus weiteren Planungs- und Umweltrechtsbereichen, direkt in den Analyseprozess. Kermit kennt dann die relevanten Vorschriften, zieht sie bei der Analyse heran und weist das Ergebnis mit der zutreffenden Normreferenz aus. Eine Betroffenheitsanalyse liefert nicht nur die betroffenen Flächen, sondern auch die planungsrechtliche Grundlage, auf der die Betroffenheit beruht.

Für Infrastrukturplaner und Netzbetreiber schließt das eine Lücke, die in der täglichen Arbeit erheblich Zeit kostet. Für die UIS-Community, in der Normen wie die FFH-Richtlinie, das BNatSchG oder länderspezifische Naturschutzgesetze die fachliche Grundlage jeder Auswertung bilden, öffnet es eine neue Qualität der Analysedokumentation: nicht nur was gefunden wurde, sondern warum es relevant ist.

An Daten mangelt es nicht

Der Workshop hat gezeigt, wie reichhaltig das Datenangebot in der Umweltinformatik bereits ist. Das Bundesamt für Naturschutz und con terra präsentierten den Stand des Datenmanagements für marine Lebensräume und Benthos; die Universität Kiel zeigte, wie Satellitendaten Seegrasbiomasse quantifizierbar machen. Diese Daten sind da: gepflegt, standardisiert, zunehmend offen verfügbar. Was vielerorts noch fehlt, ist der schnelle, sichere Weg vom Datenbestand zur rechtlich eingeordneten Fachanalyse, ohne dass jede Auswertung auf dem Schreibtisch eines GIS-Spezialisten landet.

Das Umweltbundesamt und das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie haben in ihrer Präsentation zur Operationalisierung von GEO-KI in der Bundesverwaltung genau diese Frage gestellt: Wie werden GeoAI-Fähigkeiten in den Behördenalltag überführt, ohne die Anforderungen an Datensicherheit und Nachvollziehbarkeit zu kompromittieren? Kermit ist eine konkrete Antwort darauf; keine konzeptionelle, sondern eine, die sich heute in QGIS integrieren lässt.

Sicher, lokal, auditierbar: weil KRITIS und EU AI Act keine Optionen sind

In Infrastrukturbetrieb und Behörden gilt: Wer GeoAI einsetzt, muss erklären können, wie ein Ergebnis zustande gekommen ist, und sicherstellen, dass sensible Geodaten die eigene Umgebung nicht verlassen. Kermit ist für diese Anforderungen gebaut. Die Verarbeitung findet vollständig lokal statt, on-premise oder in einer kontrollierten Private-Cloud-Umgebung. Jede Analyse erzeugt automatisch eine vollständige Evidenzkette: verwendete Layer, Parameter, Normreferenzen; revisionssicher und prüffähig.

Die Norm-Integration, an der wir arbeiten, fügt dieser Evidenzkette eine weitere Dimension hinzu. Die Analyse weiß dann nicht nur, was sie getan hat, sondern warum das Ergebnis fachlich und rechtlich Bestand hat. In Genehmigungsverfahren, Umweltprüfungen und behördlicher Planungsdokumentation ist das keine Komfortfunktion, sondern Grundvoraussetzung.

Zwei Beiträge, ein Anspruch

Neben dem Kermit-Vortrag war MovingLayers mit einem zweiten Beitrag vertreten. Julia Hacker-Zagler stellte gemeinsam mit der Universität Salzburg Virtual Shepherd vor: ein IoT-basiertes Assistenzsystem zur automatischen Weideüberwachung im alpinen Raum. Andere Domäne, gleicher Anspruch. Räumliche Daten sollen dort ankommen, wo Entscheidungen getroffen werden; ohne technische Hürden zwischen Frage und Antwort.

Wer wissen möchte, wie Kermit in der eigenen GIS-Umgebung wirkt oder wer an der Norm-Integration mitwirken möchte, findet auf unserer Produktseite mehr; für ein direktes Gespräch stehen wir gerne zur Verfügung.

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