MoversSurvey gewinnt IÖB-Challenge 2026

MoversSurvey gewinnt IÖB-Challenge 2026

MoversSurvey bringt geotechnische Labordaten zum Sprechen: Gewinnerlösung der IÖB-Challenge des TU-Graz-Bodenmechanik-Labors

Das Institut für Bodenmechanik, Grundbau und Numerische Geotechnik der Technischen Universität Graz hat entschieden: MoversSurvey gehört zu den drei Gewinnerlösungen der IÖB-Challenge „Digitale Zukunft für geotechnische Labordaten: Effizient, strukturiert und sicher.“ Die Jury wählte aus sieben Einreichungen drei Konzepte aus, die zum Innovationsdialog eingeladen wurden – als Vorstufe zu einem möglichen Beschaffungsprojekt nach BVergG. MoversSurvey ist eine davon.

In einem früheren Beitrag haben wir den Kontext beschrieben: Geotechnische Labordaten sind die Grundlage jeder Infrastrukturplanung – und dennoch in den meisten Organisationen weder strukturiert erfasst noch räumlich erschlossen. Genau diese Lücke adressiert MoversSurvey.

Bewertungskriterien der Jury: Warum MoversSurvey überzeugte

Die vierköpfige Jury – Matthias J. Rebhan und Hans Hafellner (TU Graz), Josef Weber (Dr. Sauer & Partner GmbH) sowie Thomas Pirkner – bewertete alle Einreichungen nach vier gewichteten Kriterien: Eigenschaften & Realisierbarkeit (30 %), kaufmännischer Fit und Kosten (30 %), technologischer Fit & Sicherheit (25 %) sowie Referenzen (15 %).

Der entscheidende Vorteil von MoversSurvey: Die Lösung ist keine Konzeptstudie, sondern eine im Einsatz befindliche Anwendung. Konfigurierbare Templates sichern ÖNORM-konforme Mindestinhalte. Flexible Eingabe per Text, Foto oder Audio, integrierte Exportfunktionen (PDF, CSV) und differenzierte Nutzerrollen decken den vollständigen Laborprozess ab – vom Auftragseingang bis zur Datenbereitstellung. Das senkt das Realisierungsrisiko messbar und stärkt sowohl kaufmännischen als auch technologischen Fit.

Räumliche Verortung als Kern: Die Karte als Organisationsprinzip

Was MoversSurvey von reinen Laborinformationssystemen (LIMS) unterscheidet, ist der konsequente räumliche Bezug. Jede Probe, jeder Versuch, jede Erfassung ist georeferenziert – nicht als Metadaten-Anhängsel, sondern als primäres Organisationsprinzip. Die Karte ist das Herzstück der Anwendung.

Für das Bodenmechanische Labor der TU Graz ist das strategisch relevant: Die Challenge-Ausschreibung nennt explizit die Entwicklung neuer Korrelationen und KI-gestützter Auswertungen als Ziel – Fragestellungen, die räumliche Muster und standortübergreifende Zusammenhänge voraussetzen. Ohne Georeferenzierung sind diese Analysen nicht möglich. Ohne strukturierte Erfassung auch nicht. MoversSurvey liefert beides.

Nächste Schritte: Innovationsdialog und Proof of Concept mit der TU Graz

Als eine der drei Gewinnerlösungen nehmen wir am Innovationsdialog mit der TU Graz teil: ein strukturiertes Marktgespräch, in dem Lösungsansätze vertieft, Anforderungen konkretisiert und erste Umsetzungsszenarien entwickelt werden. Gewinnerunternehmen werden darüber hinaus gegebenenfalls zu einem Proof of Concept (PoC) eingeladen, um die technische Realisierbarkeit an einem realen internen Projekt der TU Graz zu verifizieren.

Die IÖB-Challenge ist kein Wettbewerb – sie ist der strukturierte Einstieg in einen öffentlichen Beschaffungsprozess. Im Erfolgsfall steht eine Vergabe nach BVergG 2018 im Raum. Für uns ist das die Bestätigung, dass MoversSurvey nicht nur in kommerziellen Projekten, sondern auch im Kontext öffentlicher Forschungsinfrastruktur seine Stärken ausspielen kann.

Geotechnische Labordaten: Die fehlende Datenwelt in BIM-Projekten

Wer Infrastruktur plant, arbeitet in mehreren Datenwelten gleichzeitig: IFC-Modell (Planer), GIS-Layer (Geodaten), CAFM (Netzbetreiber), Normen und Genehmigungsunterlagen (Behörde). Wie wir am Beispiel der BIM-Lake am Bodensee beschrieben haben, entstehen an jeder Schnittstelle Medienbrüche, manuelle Übergaben, Informationsverlust.

Was in diesem Bild systematisch fehlt: der Untergrund. Geotechnische Labordaten – Bodenkennwerte, Prüfergebnisse, Probenparameter – sind die buchstäbliche Grundlage jedes Bauwerks und jeder Infrastrukturtrasse. Sie existieren vollständig außerhalb der genannten Datenwelten: in PDF-Berichten, Excel-Tabellen, Projektordnern ohne räumlichen Bezug und ohne Schnittstelle zu Planung oder GIS.

MoversSurvey schließt diese Lücke. Georeferenzierte, strukturierte Untergrunddata werden zur fünften Datenwelt, die in BIM-Prozessen bislang fehlt. Frühere Baugrunderkundungen an Nachbarstandorten werden suchbar. Boden- und Untergrundparameter fließen in räumliche Vergleiche ein. Das Wissen aus Tausenden Laborversuchen – bislang in Berichten gebunden – wird Teil des digitalen Planungsprozesses. Für Teams, die diesen Datenpfad weiter in Richtung automatisierter GIS-Analyse verlängern möchten, bietet Kermit GeoAI eine optionale Erweiterung.

FFG-Forschungserfahrung in der Steiermark: Kein Zufall

Dass MovingLayers beim steirischen Bodenmechanik-Labor der TU Graz punkten konnte, hat einen Hintergrund. Wir arbeiten seit Jahren als Konsortialpartner in FFG-geförderten Forschungsprojekten – auch in der Steiermark.

Im abgeschlossenen Projekt ABM4EnergyTransition (FFG „AI for Green“, 2022–2024) entwickelten wir gemeinsam mit der Energie Agentur Steiermark, der Stadtgemeinde Kapfenberg und dem AEE Institut für Nachhaltige Technologien (Gleisdorf) sowie der EPFL Lausanne einen agentenbasierten Simulationsansatz für die kommunale Energiewende. Der Kern unseres Beitrags: räumliche Geodaten so aufbereiten, dass sie Planungsentscheidungen mit regionaler Wirkung stützen – für Verwaltung, Energieversorger und Politik gleichzeitig.

Diese Erfahrung mit heterogenen Konsortien aus Forschung, Verwaltung und Wirtschaft – und mit den spezifischen Anforderungen steirischer Institutionen – ist die Grundlage, auf der wir in den Innovationsdialog mit der TU Graz gehen.

IÖB: Wie die öffentliche Hand Geotechnik-Innovation beschafft

Die IÖB – Innovatives Österreich Beschaffung – nutzt die Einkaufsmacht öffentlicher Einrichtungen als gezielten Innovationsimpuls. Statt fertige Softwareprodukte auszuschreiben, formulieren Bedarfsträger wie die TU Graz konkrete Problemstellungen und laden Unternehmen zur Lösungsentwicklung ein. So gelangen innovative Ansätze früh in den Beschaffungsradar des öffentlichen Auftraggebers – und Ausschreibungen können auf Basis echter Markterkundung formuliert werden, anstatt an der Realität verfügbarer Lösungen vorbeizugehen.

Für MovingLayers war die Challenge die Gelegenheit, MoversSurvey in einem strukturierten öffentlichen Evaluierungsprozess zu zeigen: geotechnische Anforderungen, normative Rahmenbedingungen, Open-Access-Anforderungen für Forschungsdaten – alles in einer erprobten Lösung.

MoversSurvey: Geotechnische Labordaten strukturiert erfassen und verwalten

MoversSurvey steht für sich: eine mobile, offline-fähige Anwendung für die strukturierte Erfassung, räumliche Verortung und digitale Verwaltung geotechnischer Labordaten. Kein Systemwechsel, kein Einführungsprojekt – MoversSurvey integriert sich in bestehende Laborprozesse und liefert vom ersten Tag an georeferenzierte, normkonforme Daten, die für Gutachten, Ausschreibungen und KI-gestützte Folgeprojekte weiterverwendbar sind.

Wenn Sie geotechnische Labordaten heute noch in Excel, PDF oder Papierformularen erfassen – sprechen wir darüber, wie das in Ihrem konkreten Workflow anders aussehen kann.

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